Börse für Anfänger Teil 3 – Investmentfonds

Börse für Anfänger - InvestmentfondsEine bekannte Börsenweisheit lautet: “Lege nicht alle Eier in einen Korb!” Im letzten Blog-Artikel “Börse für Anfänger Teil 2 – Die Aktie” ging es um das Investment in einzelne Unternehmen über die Börse. Um bei den direkten Investments der Börsenweisheit Rechnung zu tragen, bedarf es einer gewissen Depotgröße, damit eine vernünftige Streuung über mehrere Unternehmen unter Kosten-Nutzen-Aspekten auch tatsächlich Sinn macht. Um auch kleinere Vermögen sinnvoll und breit über mehrere Unternehmen zu streuen, ohne dass man gleich ganze Tage für die Beobachtung der Unternehmen aufwenden muss, sind Investmentfonds eine gute Alternative. Erfahren Sie in diesem Blog-Artikel, was Investmentfonds genau sind und welche verschiedenen Formen es gibt.

Was ist ein Investmentfonds?

Ein Investmentfonds ist ein Sondervermögen, das in Objekte aller Art investiert werden kann. Am verbreitetsten sind Fonds, die sich auf Aktien, Anleihen oder Immobilien spezialisieren. Fonds gewährleisten dabei das, was jedem Anleger empfohlen wird: die Diversifikation des Risikos. Durch den Erwerb von Fonds fällt gerade Privatanlegern die Risikostreuung sehr viel leichter, als dies bei Direktanlagen der Fall wäre.

Aktienfonds

Investmentfonds, die sich überwiegend aus Aktienwerten zusammensetzen, werden Aktienfonds genannt. Bei der Konzeption dieser Fonds werden unterschiedliche Strategien verfolgt. Der Anlageschwerpunkt kann auf einer bestimmten Branche, Region oder Unternehmensgröße ruhen. Auch die Nachbildung eines Börsenindex, z.B. des DAX, ist üblich.

Aufgrund der breiten Streuung des Kapitals ist eine Investition in Aktienfonds in aller Regel risikoärmer als eine Direktanlage.

Fondsmanager steuern die Chancen und Risiken von Aktienfonds oftmals durch den Einsatz von Derivaten. Die Preise für derivative Finanzinstrumente sind an die Entwicklung anderer Investments, der sogenannten Basiswerte, gekoppelt. Basiswerte können z.B. Aktien, Rohstoffe oder Edelmetalle sein. Derivate bilden dabei die Kursschwankungen des Basiswerts überproportional nach und können deshalb sowohl zur Absicherung gegen Kursverluste als auch zu spekulativen Zwecken eingesetzt werden. Zu den wichtigsten Derivaten zählen Optionen, Futures und Swaps. Optionsscheine verbriefen das Recht während oder am Ende einer Laufzeit einen Basiswert zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Futures sind Terminkontrakte, bei denen der Preis und die Menge des Basiswertes bereits zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses festgelegt werden. Lieferung und Abnahme erfolgen aber erst in der Zukunft. Bei einem Swap werden Zahlungsströme getauscht um Zins- und Währungsrisiken abzusichern. So kann zum Beispiel ein Deutsches Unternehmen seine Forderungen in US-Dollar gegen die Euro-Forderungen eines amerikanischen Unternehmens tauschen.

Währungsrisiken können so zwar gesteuert, aber nicht völlig eliminiert werden. Anleger sollten deshalb prüfen, ob ein Fonds Aktien in fremder Währung enthält und abwägen, ob sie das damit verbundene Risiko tragen wollen. Auch das Fondsvolumen ist ein wichtiges Auswahlkriterium für Anleger. Für sehr große Aktienfonds ist es nicht immer möglich, genügend hochkapitalisierte Anlageobjekte zu finden, um den Vergleichsindex zu schlagen. Zu kleine Fonds erlauben dagegen nur selten ein optimales Management des investierten Kapitals.

Rentenfonds (Anleihefonds)

Rentenfonds investieren vorwiegend oder ausschließlich in festverzinsliche Wertpapiere wie zum Beispiel (Staats-) Anleihen, Pfandbriefe oder Kommunalobligationen. Ihren Wertzuwachs generieren diese Investmentfonds durch die vereinnahmten Zinszahlungen sowie den Handel mit den gehaltenen Wertpapieren. Auch Anleihefonds werden durch Termingeschäfte abgesichert.

Bis vor kurzem konnten sich Anleger bei Rentenfonds auf gute Erträge verlassen. Viele Produkte erwirtschafteten in der Vergangenheit regelmäßig Renditen von fünf bis sieben Prozent bei vergleichsweise geringem Risiko. Ursächlich dafür war zum einen, dass die Rendite auf Anleihen zahlungskräftiger Staaten höher lag, als die Zinsen auf Festgeld. Zum anderen sank die Verzinsung neu ausgegebener Wertpapiere beständig, was die Kurse der besser verzinsten Altanleihen steigen ließ. Die Anleger profitierten somit von der grundlegenden Funktionsweise einer Anleihe.

Doch seit einiger Zeit funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr, da die Zinsen in vielen Industrienationen bereits so niedrig sind, dass sie nicht mehr viel weiter sinken können. Dies hat zur Folge, dass die immanenten Risiken der Anleihefonds steigen, während ihre Ertragskraft gleichzeitig nachlässt. Objektiv betrachtet hat sich die Attraktivität dieser Anlageform in den letzten Jahren also deutlich verschlechtert. Bei Privatanlegern sind Anleihefonds wegen ihrer Unkompliziertheit und des nach wie vor sehr überschaubaren Risikos aber immer noch beliebt.

Geldmarktfonds

Diese Fonds investieren in Geldmarkttitel und liquide Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit. Beispiele hierfür sind Anleihen, Termingelder oder Schuldscheindarlehen mit einer Laufzeit von unter einem Jahr.

Da Anteile an Geldmarktfonds börsentäglich zurückgegeben werden können, nutzen Unternehmen und institutionelle Anleger diese Anlageform gerne, um Gelder kurzfristig unterzubringen. Um das Ausfallrisiko zu verringern, werden Titel unterschiedlicher Emittenten gehalten.

Geldmarktfonds sind aber auch für private Anleger interessant. Die Fonds sind hoch liquide und die Guthaben täglich abrufbar. Allerdings dürfen die Kosten, die mit dieser Anlageform verbunden sind, nicht unterschätzt werden. Ein Anleger muss über ein Wertpapierdepot verfügen, um in Geldmarktfonds investieren zu können. Wertpapierdepots für Kleinanleger sind bei vielen Banken gebührenpflichtig. Darüber hinaus können Kosten in Form von Order- und Verwaltungsgebühren oder Ausgabenaufschlägen anfallen. Anders als bei Tagesgeldkonten müssen Anleger bei Geldmarktfonds mit Kursschwankungen und Kursverlusten rechnen, wobei die Risiken aufgrund des kurzen Investitionszeitraums aber sehr überschaubar sind.

Immobilienfonds

Immobilienfonds investieren in Grundstücke sowie Wohn- und Gewerberaum. Offene Immobilienfonds sind klassische Investmentfonds. Die Fondsgesellschaft bestimmt, wie viele Anteile sie emittiert, die meist schon für relativ niedrige Summen erworben und später zum aktuellen Rücknahmepreis wieder verkauft werden können. Anleger können ihr Kapital so ohne großen Aufwand auf verschiedene Unternehmen diversifizieren und das Verlustrisiko mindern. Während der Finanzkrise sind zahlreiche offene Immobilienfonds in Schieflage geraten. Das modifizierte Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften (KAAG) bietet aber mittlerweile besseren Schutz für die Anleger, weshalb sich offene Immobilienfonds wieder großer Beliebtheit erfreuen. Bei vielen Banken können Privatanleger offene Fonds nicht nur als Einmalanlage erwerben, sondern auch in Form eines regelmäßigen Sparplans.

Geschlossene Fonds werden aufgelegt, um Großprojekte wie Einkaufszentren, Freizeitparks oder Bürotürme zu finanzieren. Anleger müssen in der Regel einen relativ hohen Betrag investieren. Die Mindestanlagesumme beträgt selten weniger als 2.500 Euro. Die Investitionsziele und der geplante Kapitalgewinn werden bereits bei der Auflegung des Fonds fixiert. Sobald alle Anteile veräußert sind, wird der Fonds für eine Laufzeit von in der Regel 10 bis 20 Jahre geschlossen. Die Rückzahlung der Anteile erfolgt erst nach Auflösung des Fonds. Eine vorzeitige Rückgabe der Anteile ist meist mit erheblichen Verlusten verbunden. Eine Investition in einen geschlossenen Fonds ist also eine unternehmerische Beteiligung mit beträchtlichem Risiko. Für Privatanleger ist diese Art Investment deshalb nur zu empfehlen, wenn sie aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht nur von Renditen, sondern auch von steuerlich absetzbaren Verlustzuweisungen profitieren.

Mischfonds

Bei Mischfonds handelt es sich um einen Mix aus Aktien- und Rentenfonds. Anlegern ist es so möglich, sowohl in Aktien als auch in festverzinsliche Wertpapiere zu investieren. Die Zusammensetzung der Mischfonds wird der jeweiligen Marktlage angepasst. Konservative Mischfonds halten einen höheren Renten- oder Geldmarktanteil. Das Verlustrisiko ist deshalb geringer, gleiches gilt aber auch für die Rendite. Progressive Mischfonds haben dagegen einen höheren Aktienanteil und sind deshalb riskanter, aber auch rentabler.

Wie kann man Investmentfonds gewinnbringend einsetzen?

Über Investmentfonds kann jeder Anlagetyp – ob sicherheits- oder chancenorientiert – seine Anlagestrategie individuell abbilden, ohne sich täglich über Stunden hinweg mit verschiedenen Einzeltiteln auseinandersetzen zu müssen. Langfristig können Aktien über Einzelwerte oder Aktienfonds einen enormen Mehrwert darstellen. Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat dazu sein “Dax-Rendite-Dreieck” veröffentlicht, das einem deutlich zeigt, wie die Gewinnchancen bei Aktien stehen, sofern man langfristig investiert.

Aber auch bei Investmentfonds gilt: das Angebot ist sehr groß und man sollte genauestens schauen, welchen Fonds man für sich wählt. Meistens ist es sinnvoll, einen Experten hinzuzuziehen, der sich täglich mit den verschiedensten Investmentfonds auseinandersetzt.

Wenn Sie mehr über die Möglichkeiten erfahren möchten, wie Sie Ihr Geld gewinnbringend anlegen können, dann besuchen Sie uns auf dem Tag der Finanzen.

Hier erfahren Sie mehr!

 

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Shares
Share This