Börse für Anfänger Teil 2 – Die Aktie

Börse für Anfänger - Die AktieIm Blog-Beitrag “Börse für Anfänger Teil 1 – ein erster Überblick” ging es darum, Ihnen darzustellen, was Sie grundsätzlich vor einem Investment überlegen sollten und um einen ersten Überblick über die verschiedenen Anlageprodukte an der Börse. In diesem Blog-Beitrag geht es um das große Thema Aktie. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Arten von Aktien, die wichtigsten und interessantesten Kennzahlen und wie sich mit Aktien Geld verdienen lässt.

Börse für Anfänger Teil 2 - Die Aktie

Die Dillinger Hütte war 1809 die erste deutsche Aktiengesellschaft, hier jedoch eine Aktie aus dem Jahre 1906 (Bild: wikipedia | unbekannter Urheber)

Eine Aktie ist nach dem deutschen Aktiengesetz (AktG) ein Bruchteil des Grundkapitals eines Unternehmens. Bei der Gründung der Aktiengesellschaft (AG) wird festgelegt, in wie viele Aktien das Grundkapital aufgeteilt wird und ob die Aktien an einer Wertpapierbörse oder außerbörslich gehandelt werden sollen.

Jetzt kann ein Unternehmen noch nach verschiedenen Aktiengattungen unterscheiden, wie z.B. Stammaktien und Vorzugsaktien. Mittlerweile ist man hier aber oft zu einer einheitlichen Vorgehensweise übergegangen, damit man nicht Aktien mit verschiedenen ISIN’s (International Securities Identification Number, löste im Jahre 2000 in Deutschland die Wertpapierkennnummer ab) im Umlauf hat.

Früher wurden Aktien noch als bedrucktes Papier ausgegeben, woher auch der Name „Wertpapier“ stammt, da dieses Papier damals wirklich noch einen Wert hatte. Heute werden Wertpapiere nur noch in elektronischer Form ausgegeben und gehandelt. Man muss sich nun auch keine Gedanken mehr zum Thema Aufbewahrung oder Sicherheit machen. Dies nennt man Girosammelverwahrung.

Aktiengattungen

Unternehmen haben heute noch immer die Möglichkeit, unterschiedliche Arten von Aktien an Ihre Aktionäre herauszugeben:

Aktien nach Stimmrecht:

  • Stammaktien
  • Vorzugsaktien

Aktien nach Übertragbarkeit:

  • Inhaberaktien
    (übliche Form der Aktie, die auf den jeweiligen Inhaber lautet und leicht übertragen werden kann)
  • Namensaktien
    (Aktien, bei denen der Aktionär im Unternehmensbuch verzeichnet ist)
  • Vinkulierte Namensaktien
    (weitere Unterklassifizierung der Namensaktien – dürfen nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden)

Aktien nach Emissionszeitpunkt:
(wird bei der zusätzlichen Neuausgabe von Aktien definiert)

  • Junge Aktien und alte Aktien

Aktien nach Unternehmensanteil:

  • Nennbetragsaktien
    (auch Nennwertaktien)
  • Stückaktien als unechte nennwertlose Aktien
    (bzw. Quotenaktien als echte nennwertlose Aktien)

Kennzahlen

Im Bereich der Kennzahlen gibt es einige interessante Kennzahlen, die man zumindest schon mal gehört haben sollte. Es ist eben nicht so, dass eine Aktie die vermeintlich günstig ist (z.B. 5 Euro kostet) auch wirklich günstig sein muss bzw. umgekehrt. Folgende Kennzahlen sollte man kennen

1. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Die Ermittlung des Kurs-Gewinn-Verhältnisses stellt eine erste einfache Methode dar, um herauszufinden, ob eine Aktie günstig oder teuer ist.
Hier wir der Kurs der Aktie ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie gesetzt. Für die Berechnung geht man wie folgt vor:

  • zuerst teilt man den Gesamtgewinn des Unternehmens durch die Anzahl der Aktien. Damit erhält man zunächst den Gewinn je Aktie
  • danach teilt man den aktuellen Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie und erhält so das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Aktienkurs / (Gewinn/Aktie) = KGV

Das KGV setzt den Preis einer Aktie mit dem Gewinn einer Aktie ins Verhältnis. Hieraus kann man ableiten, nach wie viel Jahren der Gewinn den Wert der Aktie erreicht hat.

Grundsätzlich sagt das KGV allein allerdings nicht viel aus. Erst beim Vergleich unterschiedlicher Unternehmen aus einer Branche wird dies schon interessanter. Je kleiner das KGV, desto günstiger ist ein Unternehmen. Im allgemeinen gelten KGV’s unter 10 als sehr günstig.

Beispiel:
20
(Aktienkurs) / 2 (Gewinn je Aktie) = 10 (KGV)

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) gibt an, mit welchem Vielfachen des Gewinns die Aktie aktuell an der Börse bewertet ist.

Merke: Je kleiner das KGV, desto besser!

2. Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV):

Das Kurs-Umsatz-Verhältnis setzt den Aktienkurs ins Verhältnis zum Umsatz je Aktie. Auch hier gilt: je kleiner, desto besser bzw. günstiger ist der Wert. Werte über 1,5 gelten im Allgemeinen schon als teuer. Allerdings hat die Zahl allein keine so große Aussagekraft. Sie sollten schon mehrere Kennzahlen zu Rate ziehen.

3. Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV):

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist eine sehr substanzorientierte Kennzahl. Einfach gesagt heißt es Folgendes:
Wenn sich ein Unternehmen von der Börse verabschiedet und nun alles bewertet und verkauft werden würde, nennt man den gesamten Wert des Unternehmens (hierunter fallen alle Werte eines Unternehmens abzüglich der Schulden, die es noch hat) “Buchwert”. Da an der Börse immer die Zukunft gehandelt wird und auch die Psychologie eine Rolle spielt, zahlt man typischerweise immer auch einen Aufschlag.

Ein Buchwert von 1 stellt folglich dar, dass der aktuelle Aktien-Kurs an der Börse genau den aktuellen Buchwert des Unternehmens widerspiegelt. Ein Buchwert größer 1 stellt dar, dass der Aktien-Kurs mehr Wert darstellt, als das Unternehmen tatsächlich an Wert besitzt. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass – wie bereits erwähnt – ein Aufschlag eingepreist ist. Manchmal gibt es allerdings auch Fälle, in denen der Buchwert an der Börse unter 1 notiert. Wenn sich vom Unternehmen, dem Gewinn und den Aussichten nichts geändert hat, ist dies oft eine gute Chance zum Kaufen, da der Aktien-Kurs unterhalb des tatsächlichen Unternehmenswertes (Buchwert) liegt.

Merke: Ein günstiges KBV erhöht die Chancen auf steigende Kurse ungemein.

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) gibt an, mit welchem Faktor der Unternehmenswert an der Börse gehandelt wird.

Merke:  Ein günstiges KBV (am besten unter 1) erhöht die Chancen auf steigende Kurse ungemein.

4. Dividendenrendite:

Die Dividende ist der Teil des Gewinnes, der an die Aktionäre ausgeschüttet werden soll. Die Dividende selber ist oft nicht die Kennzahl, sondern die sogenannte Dividendenrendite. Diese berechnet sich wie folgt:

(Dividende/Aktienkurs) x 100 = Dividendenrendite

Somit wissen Sie, wie viel Dividende Sie im  Jahr prozentual erhalten.

Merke:  Substanzstarke Titel wie Ölaktien schütten in der Regel höhere Dividenden aus als Technologieunternehmen, da diese Ihren Gewinn extrem in die weitere Forschung investieren.

Wichtig: Ist ein Aktienkurs stark gefallen, so erhöht sich die Dividendenrendite vermeintlich, dies liegt aber nur am gefallenen Kurs. Am besten sind Unternehmen, die seit Jahrzehnten die Dividenden steigern.

Es gibt noch viele weitere wichtige Kennzahlen, wie Cash-Flow, Umsatz- oder Gewinnwachstum und ähnliche Zahlen, die man heranziehen könnte.

Tipp zum Geld-Verdienen mit Aktien

Die Performance beim Handel mit Aktien allein steht und fällt mit dem Einkaufs- und Verkaufspreis. Je günstiger eine Aktie gekauft und im Gegenzug je teurer eine Aktie verkauft wird, desto höher ist die Rendite, die verbucht werden kann. Oftmals sind längere Haltezeiten von Nöten, um tatsächlich eine hohe Rendite zu erzielen. Während der Haltezeit kann – sofern man sich für eine Aktie mit einer guten Dividende entscheidet – ein passives Einkommen durch die Dividenden generiert werden. Mit diesen Dividenden-Einnahmen kann man sein Aktienportfolio noch weiter erhöhen, in dem man die Einnahmen direkt in die Aktie reinvestiert, sprich neue Aktien dafür kauft.

Für das reine Kaufen und Verkaufen von Aktien empfiehlt es sich wegen der Haltedauer, Unternehmen zu wählen, die Produkte des täglichen Bedarfs produzieren. So kann man einigermaßen sicher sein, dass dieses Unternehmen auch nach einer möglichen Krise weiterhin besteht. Zudem sollte der Kurs einer Aktie in der Gesamthistorie am Besten von “unten links” nach “oben rechts” gewandert sein und vergangene Krisen sollten passabel überwunden worden sein.

In meinem Seminar erhalten sie eine Software, mit der Sie innerhalb von 10-15 Minuten eine komplette Unternehmensbilanz auf den Kopf stellen können und die wichtigsten Zahlen herausfinden können. Dieses Tool sagt Ihnen dann genau, bis zu welchem Kurs Sie eine Aktie kaufen können oder eben nicht mehr bzw. wann Sie die Gewinne lieber mitnehmen sollten.

Im nächsten blog-Artikel geht es um das große Thema der verschiedenen Investment-Fonds. Bleiben Sie auf dem Laufenden und schauen Sie sich diesen unbedingt an, da Sie in diesem weitere Tipps erhalten.

1 Kommentar

  1. Toller Beitrag mit ganz wichtigen Informationen. Insbesondere wenn man sich gerade erst mit dem Thema Aktien auseinander setzt, kann man hier einiges lernen.

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